Selbsthypnose und Geburt 

Die Gedanken an eine bevorstehende Geburt sind nicht immer ganz einfach: Werde ich mit den Schmerzen umgehen können? Gefährden Schmerzmedikamente mich und mein Kind? Wie darf ich im Kreißsaal meine Schmerzen zeigen? Schaffe ich das?
Dass die Zahl der geplanten Kaiserschnitte wächst, liegt nicht zuletzt auch an der steigenden Zahl der Wunschkaiserschnitte. Die Gründe, sich ohne medizinische Notwendigkeit für einen Kaiserschnitt zu entscheiden, sind vielfältig. In meiner Praxis begegnen mir jedoch häufig Frauen, die sich eine natürliche Geburt einfach nicht mehr zutrauen: die Angst vor eventuellen Schmerzen oder die Scham davor, diese zu zeigen, erscheinen dann unüberwindbar. Schon früh befassen sich werdende Eltern mit einer inzwischen fast selbstverständlichen Schmerzmedikation (z.B. PDA), um die Geburt „so leicht wie möglich“ zu gestalten. Dies ist ein wichtiges Signal für mich, eine Alternative anzubieten: Selbsthypnose-Training für die Geburt.

Ein leichter Trancezustand während der Geburt ist ein ganz natürliches Phänomen und gleichzeitig die wohl älteste und weltweit bewährteste Art, ein Kind zu gebären.
In diesem veränderten (aber wachen!) Bewusstseinszustand gelingt es, körperliche Empfindungen anders zu verarbeiten. Eine gebärende Frau kann sich so dem Geburtsprozess entspannt hingeben und gleichzeitig aktiv mitarbeiten.
Häufig werden gebärende Frauen jedoch in ihrer natürlichen Geburtstrance gestört oder unterbrochen: eigene Ängste vor Komplikationen, Schmerzen oder Kontrollverlust, aufkommende Zweifel an den eigenen Fähigkeiten oder äußere störende Einflüsse können sich nachteilig auf die Geburt und das Erleben der Geburt auswirken.
Hier setzt mein Selbsthypnose-Training an. Sie können lernen, diesen ohnehin natürlichen Trancezustand zu nutzen, ihn durch Selbsthypnose gezielt herbeizuführen und sich von Störungen nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.
Manche Frauen gebären unter Hypnose komplett schmerzfrei. Doch auch, wenn Sie nicht zu diesen Frauen gehören: Durch die Fähigkeit zur Selbsthypnose haben Sie Strategien an der Hand, um mit allen Empfindungen einer Geburt gut umgehen zu können und sie in ihrer wahrgenommenen Intensität zu verändern. Eine Einnahme von Schmerzmitteln wird dadurch häufig überflüssig.
Entgegen mancher Vorstellungen von Hypnose ist die Gebärende jederzeit wach und ansprechbar. Die werdende Mutter erlebt die Geburt vollkommen bewusst und kann ganz normal mit den anwesenden Personen und ggf. dem medizinischen Personal kommunizieren, kooperieren und aktiv mitarbeiten.

→ Was ist Hypnose?

Übrigens: Eine Hypnosegeburt ist nicht nur für Frauen geeignet, die eine natürliche Geburt erleben. Sollte sich schon in der Schwangerschaft oder im Geburtsverlauf zeigen, dass das Kind durch einen Kaiserschnitt zur Welt kommen wird, können Selbsthypnose-Techniken dabei helfen, auch diese Situation positiv zu erleben.
Ganz unabhängig von der Art der Geburt ist es für eine positive Erinnerung an dieses Ereignis wichtig, dass Sie sich jederzeit entscheidungsfähig fühlen und den Geburtsprozess als selbstbestimmt erleben.

»Mit einem Selbsthypnose-Training können Sie lernen, die körperlichen Empfindungen einer Geburt zu beeinflussen. So können Sie mutig, innerlich gestärkt und voller Selbstvertrauen in die Geburt gehen und diese entspannt und bewusst erleben.«

Lisa Grüny

»Du kannst die Wellen nicht aufhalten, aber du kannst lernen zu surfen.«

Sprichwort