Chronische Schmerzen

Zunächst haben Schmerzen eine wichtige Schutzfunktion, denn sie dienen bei Krankheit und Verletzungen des Körpers als Warnsignal. Doch wenn sich Schmerzen verselbstständigen und über Monate chronifizieren, verlieren sie diese Funktion und werden selbst zu einer enormen Belastung und Bedrohung unserer Gesundheit.
Ebenso vielschichtig wie die Entstehung des chronischen Schmerzes können seine Folgen sein: er zermürbt, schränkt den Alltag ein, schmälert die Lebensqualität und hat nicht selten tiefgreifende Auswirkungen sowohl im beruflichen als auch im privaten Leben. Chronische Schmerzen gehen sehr häufig mit einem enormen persönlichen Leidensdruck einher.
Die eigenen Bewältigungsstrategien geraten dann ebenso an ihre Grenze wie die Unterstützung von ärztlicher Seite, von Freunden und Familie, vom Arbeitgeber. Gerade wenn die Diagnosefindung erschwert ist und die medizinischen Interventionen nicht immer einen eindeutigen Befund oder einen klaren Behandlungserfolg liefern, fühlen sich chronische Schmerzpatienten häufig ohnmächtig und hilflos.

Nicht selten haben chronische Schmerzen so auch einen Einfluss auf unser psychisches Wohlbefinden. Umgekehrt kann unsere psychische Verfassung wiederum einen Einfluss darauf haben, wie wir Schmerzen wahrnehmen, verarbeiten und mit ihnen umgehen.
Aus diesem Grund gewinnen in der Behandlung von chronischen Schmerzen interdisziplinäre Ansätze immer mehr an Bedeutung.
Während Ärzte wie z.B. Allgemeinmediziner, Orthopäden, Neurologen, Neurochirurgen oder Anästhesisten die körperlichen Ursachen und Folgen von chronischen Schmerzen behandeln und ggf. medikamentöse, operative oder physiotherapeutische Maßnahmen in die Wege leiten, legen Psychologen den Fokus auf das Schmerzerleben, die persönlichen Bewältigungsstrategien und die psychischen, sozialen und beruflichen Auswirkungen und Bedingungsfaktoren einer chronischen Schmerzerkrankung.
Im Zusammenspiel der verschiedenen Fachdisziplinen kann so ein ganzheitliches Behandlungskonzept entstehen, welches der hohen Komplexität von chronischen Schmerzen gerecht wird.
In enger Zusammenarbeit mit Ihren behandelnden Ärzten und Ärztinnen setze ich im Rahmen einer ganzheitlichen Schmerztherapie an folgenden Punkten an:
Erstens unterstütze ich Sie dabei, einen guten Umgang mit den Auswirkungen des Schmerzes auf Ihr privates und berufliches Leben zu finden. Dabei kümmern wir uns auch um die psychischen Folgen Ihres Schmerzleidens (z.B. Niedergeschlagenheit) und betrachten Bedingungsfaktoren, die möglicherweise bei der Chronifizierung des Schmerzes eine Rolle spielen.
Zweitens biete ich ein Training in Selbsthypnose an. Selbsthypnose kann dabei helfen, die Schmerzen in ihrer wahrgenommenen Intensität und Qualität zu verändern.

→ Hypnose

»Die aktuelle Studienlage beziffert den Anteil der an chronischen Schmerzen leidenden Erwachsenen in Europa auf ca. 19%. Meistens handelt es sich dabei um Rücken-, Kopf-, oder Nervenschmerzen, welche nicht oder nicht im gewünschten Maße durch das breite Spektrum an medizinischen Maßnahmen gelindert werden können.«

Lisa Grüny